Oberflächen/Querschnittbearbeitung

BS-Holz-Bauteile können mit verschiedenen Oberflächenqualitäten hergestellt werden. Da es keine Norm zu Oberflächenqualitäten von BS-Holz gibt, hat die Studiengemeinschaft Holzleimbau e.V. verschiedene Qualitäten im BS-Holz-Merkblatt definiert.

Die gewünschte Beschaffenheit ist jeweils vertraglich zu vereinbaren, d. h. in der Leistungsbeschreibung zu spezifizieren.

Oberflächenqualitäten BS-Holz

Kriterien1) Industrie-Qualität8) Sicht-Qualität9) Auslese-Qualität8)
1 Festverwachsene Äste2) 3) Zulässig Zulässig Zulässig
2 Ausgefallene und lose Äste2) 3) Zulässig

bis < 20 mm4) zulässig
ab > 20 mm4)werkseitig zu ersetzen

Werkseitig zu ersetzen
3 Harzgallen3) 5) Zulässig Bis 5 mm breite Harzgallen sind zulässig Bis 3 mm breite Harzgallen sind zulässig
4 Mittels Astlochstopfen oder „Schiffchen“ ausgebesserte Äste und Fehlstellen3) Nicht erforderlich Zulässig Zulässig
5 Mittels Füllmassen ausgebesserte Äste und Harzgallen3) Nicht erforderlich Zulässig6) Zulässig6)
6 Insektenbefall3) Zulässig sind Fraßgänge bis 2 mm Zulässig sind Fraßlöcher bis 2 mm Unzulässig
7 Markröhre Zulässig Zulässig An der Sichtfläche sichtbar verbleibender Decklamellen austretende Markröhre ist unzulässig
8 Schwindrisse3) 5) 7) Ohne Begrenzung Bis 4 mm Bis 3 mm
9 Verfärbungen infolge Bläue sowie rote und braune nagelfeste Streifen5) Ohne Begrenzung Bis zu 10% der sichtbaren Oberfläche des gesamten Bauteiles Unzulässig
10 Schimmelbefall5) Unzulässig Unzulässig Unzulässig
11 Verschmutzungen5) Zulässig Unzulässig Unzulässig
12 Keilzinkenabstand Ohne Begrenzung Ohne Begrenzung An sichtbar verbleibenden Decklamellen muss der Abstand untereinander mindestens 1m betragen
13 Oberfläche Egalisiert Gehobelt und gefasst Hobelschläge zulässig bis 1 mm Tiefe Gehobelt und gefast Hobelschläge zulässig bis 0,5 mm Tiefe


1)Abweichungen von den nachfolgend in den Zeilen 2,3,6-9, 12, 13 definierten Grenzwerten sind in folgendem Umfang zu tolerieren: Maximal drei Abweichungen/m² sichtbare Oberfläche für die Sichtqualität, maximal eine Abweichung/m² sichtbare Oberfläche für die Auslesequalität.
2)Zulässige Astgröße gemäß DIN 4074
3)Ohne Begrenzung der Anzahl
4)Messung des Astdurchmessers analog zur Messung der Durchmesser von Einzelästen bei Kanthölzern gemäß DIN 4074-1: 2008-12, 5.1.2.1.
5)Anlieferungszustand
6)Erff. sind überstreichbare Füllmassen explizit zu fordern.
7)Die Risstiefe darf unabhängig von der Oberflächenqualität bei Bauteilen ohne planmäßige Querzugbeanspruchung bis zu 1/6 der Bauteilbreite, bei Bauteilen mit planmäßiger Querzugbeanspruchung bis zu 1/8 der Bauteilbreite von jeder Seite betragen.
8)Nach VOB ATV DIN 18334 gesondert zu vereinbaren
9)Entspricht den Anforderungen nach VOB ATV DIN 18334. Wird keine Oberflächenqualität vereinbart wird standardmäßig Sichtqualität geliefert

Abweichende oder weitergehende Anforderungen sind gesondert zu vereinbaren. Standardmäßig sind die Kanten leicht (3-5 mm) gefast. Breite Fasen sind besonders auszuschreiben. Scharfkantige Balkenquerschnitte sind nicht empfehlenswert, da ihre Kanten erfahrungsgemäß beim Heben leicht ausbrechen.
BS-Holz ist im Vergleich zu Vollholz ein weitgehend rissebeständiger Holzwerkstoff. Durch Klimaschwankungen verursachte Schwindrisse an der Oberfläche sind werkstoffbedingt. Sie stellen keinen Mangel dar und sind daher zuzulassen. Bei einer farblichen Oberflächenbehandlung sind die feinen Schwindrisse durch den hohen Kontrast deutlicher sichtbar.
Hinweise zur Vermeidung von Rissen an der Oberfläche können dem BS-Holz-Merkblatt entnommen werden.
Eine ausführlichere und bebilderte Veröffentlichung zum Thema Oberflächenqualität finden Sie hier.

Quelle: Studiengemeinschaft Holzleimbau