Historie

Erfolgsgeschichte Brettschichtholz

Als erste verleimte Brettschichtholz-Konstruktion gilt bis heute die Versammlungshalle des King Edward College in Southampton von 1860. Im Jahr 1906 erwarb Otto Hetzer das Patent DRP No. 197773 für gebogene, verleimte Brettschichtträger aus zwei und mehr Lamellen, welche auch unter Feuchtigkeit unlöslich miteinander verbunden sind.

Mit der Hetzerbauweise war man in der Form, in der Länge bzw. dem Bauteilquerschnitt nicht mehr an die durch die Natur vorgegebenen Stammdurchmesser gebunden. Schwächere Hölzer konnten in der nach statischen und gestalterischen Gesichtspunkten gewünschten Form zu weitgespannten Tragwerken gefertigt werden. Qtto Hetzer hat konsequent diese Vorteile ausgenutzt. Die Tragwerke wurden entsprechend der statischen Beanspruchung dimensioniert und hatten fast immer der statischen Beanspruchung entsprechende Trägerhöhen bei i.a. gleichbleibenden Gurtquerschnitten. Der Querschnitt war stets ein I-Querschnitt.

Die Hetzerbauweise, zu Beginn unseres Jahrhunderts erfunden, revolutionierte den Holzbau und eröffnete eine neue Ära des Bauens mit Holz. Die Herstellung weitgespannter Holzbauten bis vierzig Meter war damit gegenüber den traditionellen Zimmermannskonstruktionen wirtschaftlich machbar.


Lange Zeit kannte man im Holzbau keine hoch belastbaren und zugleich steifen Verbindungsmittel. Hetzer löste das Problem so: Er verleimte mehrere Einzelquerschnitte,mit denen das Verdrehen und Reißen dünnwandiger Holzquerschnitte verhindert werden konnte, und er entwickelte einen Leim, der fester war als das Holz selbst.

Bedeutende Bauwerke in BSH

  • Deutsche Eisenbahnhalle für die Weltausstellung in Brüssel 1910
  • Elefantenhaus Köln
  • Brücke über den Main-Donau-Kanal bei Essing
  • Schwimmbad Enschede
  • Erdmagnetfeldsimulator für die deutsche
  • Marine bei Rendsburg
  • Expo-Dach auf der Messe Hannover

Hüttemann Bauwerke in BSH

Hetzers Technologie wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu dem heutigen Brettschichtholz weiterentwickelt, für das überwiegend europäisches Fichtenholz verwendet wird. Die Bretter werden zunächst in großen Trockenkammern im Holzleimbauwerk drei bis vier Tage lang bei einer Temperatur von etwa 70 Grad Celsius technisch getrocknet. Da die Holzfeuchte in Gebäuden etwa 11% beträgt, trocknet man die Bretter auf diesen Wert, um später größere Feuchteänderungen während der Nutzung zu vermeiden.


Modernes Brettschichtholz, ein technisch hoch anspruchsvolles Produkt, hat sich als Baustoff insbesondere für Hallen mit großen Spannweiten bis über 100 m durchgesetzt. Mit Brettschichtholz werden beliebige Formen wie bei dem Solebad in Bad Schwartau, dem Hallenbad in AquaFun Soest oder dem Elefantenhaus in Köln umgesetzt. Es erlaubt stützenfreie Überdachungen von Großsportanlagen wie bei der 60 m x 120 m großen SAP-Arena in Mannheim. Mit Brettschichtholz werden zahlreiche Brücken gebaut, von denen die 200 m lange und über 73 m frei tragende Fußgängerbrücke über den Main-Donau-Kanal in Essing ein herausragendes Beispiel ist.


Die Technologie im Holzleimbau geht weiter voran. Neue Verbindungstechniken ermöglichen hohe Kraftübertragung in filigranen Anschlüssen, z. B. durch neue Schraubentechnik oder durch das Einkleben von hochfesten Kunststoffen.

Verbindungselemente aus Stahl oder hochfesten Kunststoffen lassen sich einkleben und erlauben die Übertragung höherer Kräfte als es mit herkömmlichen Verbindungsmitteln möglich war. Vollautomatisch gesteuerte Abbund und Bearbeitungsmaschinen sorgen für millimetergenaue Zuschnitte bei beliebiger Formgebung mit bislang nicht erreichter Präzision. Diese Entwicklungen geben dem Hightech-Produkt Brettschichtholz erweiterte Einsatzbereiche mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.